Messing – natürlich nachhaltig

Messing – natürlich nachhaltig

Der allgegenwärtigen Diskussion um die energieeffiziente Wiederverwertung von Rohstoffen kann sich die kupfer- und messingproduzierende Industrie problemlos stellen. Die Werkstoffe können von jeher vollständig wiederverwertet werden – und das bei verhältnismäßig geringem Energieaufwand. Die Erhaltung natürlicher Ressourcen zählt zu den verantwortungsvollsten und wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Dabei geht es nicht nur darum, den Energieverbrauch mittels entsprechender Technologien möglichst effizient zu gestalten. Ebenso kommt der Wiederverwertung von Rohstoffen eine entscheidende Rolle zu. Dies gilt insbesondere für Kupfer sowie Messing als vorherrschende Kupferlegierung. Kupfer und Messing zählen zu den am häufigst verwendeten Industriemetallen. Ihre Anwendungsspektren reichen vom Baubereich über die Elektrotechnik bis hin zur Automobilindustrie. Messing dominiert aufgrund seiner ausgezeichneten Verarbeitungseigenschaften und Langlebigkeit bis heute den umfangreichen Sektor der sanitären Hausinstallation.

Traditionell ökologisch

Die wiederholte Nutzung alter Kupfer- und Messingmaterialien beginnt nicht erst mit dem Aufkommen des modernen Recyclinggedankens am Ende des 20. Jahrhunderts. Vielmehr zieht sie sich als roter Faden durch die über Jahrtausende andauernde Geschichte dieser Werkstoffe. So sagt man, dass bereits vor 10.000 Jahren verwendetes Kupfer heute noch im Umlauf sei. Denn: Kupfer wie auch Messing lassen sich beliebig oft recyceln – und das nahezu ohne Qualitätsverlust. Heutzutage werden in Deutschland jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen Erzeugnisse aus Kupfer -und Messinglegierungen hergestellt. Der Recyclinganteil beträgt weit über 50 Prozent – Tendenz steigend. Nahezu alle Kupfer- und Messingerzeugnisse können der Rohstoffgewinnung dienen.

Alles ist wiederverwertbar

RecyclingkreislaufBei den Recyclingmaterialien – den sogenannten Sekundärrohstoffen – schwankt der Gehalt an Kupfer und Messing in breiten Spektren zwischen einem und hundert Prozent. Für einen effektiven Recyclingprozess muss das Material zunächst art- und qualitätsgerecht gesammelt und vorsortiert werden. Die weitere Behandlung hängt vom jeweiligen Reinheitsgrad des Schrottes ab. Am einfachsten zu verwerten sind Produktionsreste, die unmittelbar aus der Bearbeitung der Werkstoffe resultieren, wie zum Beispiel Drehspäne oder Stanzabfälle. Sie können ohne weitere Vorstufen direkt wieder eingeschmolzen und in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Um Verunreinigungen vorzubeugen, werden lediglich Sichtkontrollen sowie physikalische und chemische Prüfungen zur Sicherstellung einer dauerhaft hochwertigen Qualität durchgeführt. Ähnlich effizient gestaltet sich das Recycling von Bauteilen mit einer hohen Reinheit, wie etwa Armaturen, Fittings, Beschläge sowie Dachabdeckungen oder auch Rohre. Entsprechend weisen gerade in der Hausinstallation nur wenige Werkstoffe eine derart positive Ökobilanz auf.

Etwas komplizierter ist die Vorgehensweise bei Sekundärrohstoffen mit einem geringen Kupfer- bzw. Messinganteil. Dies können z. B. Schlacken und Schlämme sein, die aus der Weiterverarbeitung der Werkstoffe entstammen. Aber auch Computerschrott oder Altautos zählen dazu. In solchen Fällen müssen die unterschiedlichen Bestandteile zum Teil mechanisch oder in mehrstufigen Schmelzverfahren voneinander getrennt werden. Es gilt nicht nur, den eigentlichen Werkstoff „herauszufiltern“. Auch Begleitelemente sollen für die Wiederverwertung gewonnen werden. Trotz des größeren Aufwandes ist diese Form des Recyclings ebenfalls lohnenswert. So ermöglicht es die finale Raffinationselektrolyse auch hier, unedle und edle Verunreinigungen restlos zu entfernen und damit einen nahezu reinen Werkstoff zu generieren. Gleichzeitig ist der Energieaufwand deutlich geringer als bei der Primärproduktion auf der Basis von Erzen.

Recycling spart Energie

Alles in allem erfordert das Recycling von Altmaterialien um bis zu 90 Prozent weniger Energie im Vergleich zur Gewinnung von Primärkupfer. Hierbei ist vor allem der Verbrauch beim Abbau, Transport sowie der Aufbereitung der Erze entscheidend. Zudem wird für das Einschmelzen des Altmetalls nur einen Bruchteil jener Energie benötigt, die für die Metallgewinnung aus den aufbereiteten Erzkonzentraten notwendig ist. Dieses Verhältnis wächst mit der Reinheit des recycelten Sekundärrohstoffs. Denn: Je höher der Gehalt eines Schrottes ist, desto größer ist seine gespeicherte Energie und desto weniger Prozessstufen muss er durchlaufen. So kann die Wiederverwertung von Kupfer sowohl als größte wie auch als nachhaltigste Kupfermine der Welt betrachtet werden, an deren Ausbeutung sich jeder, auch im Kleinen, beteiligen kann.