Wärmebehandlung

„Entspannte“ Installation dank Wärmebehandlung

Die Herstellung von Qualitätsbauteilen ist aufwendig. Ein besonders wichtiger und dennoch oft vernachlässigter Arbeitsschritt ist die thermische Entspannung von Halbzeug und Bauteilen. Eines der häufigsten Schadensbilder bei Sanitärbauteilen aus Messing ist die Spannungsrisskorrosion. Betroffen sind ausschließlich minderwertige Billigwaren, da bei deren Produktion – nur um Kosten zu sparen – auf entscheidende, qualitätssichernde Arbeitsschritte verzichtet wird. Hierzu zählt vor allem die nachträgliche Wärmebehandlung von Halbzeug und Bauteilen, die seitens der Technischen Richtlinien und Empfehlungen des GMS strikt vorgeschrieben ist. Denn erst durch eine Wärmebehandlung bzw. thermische Entspannung erhält das Material die geeignete Härte für rundum sichere Installationsarbeiten.

Der ideale Härtegrad

Verbindungsstücke und Ventile aus Messing sollten eine Brinellhärte von höchstens 110 HB aufweisen. So wird nicht nur einer Spannungsrisskorrosion vorgebeugt. Gleichzeitig beinhaltet dieser Wert ein „Sicherheitspolster“, das zusätzlich auftretende Spannungen während der Installation kompensieren kann. Mit einer den Fertigungsprozess abschließenden Wärmebehandlung wird der vorgeschriebene Härtegrad des Halbzeugs bzw. der Bauteile eingestellt. Zuvor wird die gewünschte Härte von 110 HB im Laufe des Herstellungsprozesses teils deutlich überschritten, um das Material in die gewünschte Form zu bringen.

Spannung abbauen

Die Wärmebehandlung von Halbzeug findet nach der Kaltumformung statt. Zu diesem Zeitpunkt verfügt der Messing-Werkstoff in der Regel über eine Härte von etwa 140 bis 200 HB. Das Halbzeug wird daraufhin zur Einstellung der gewünschten Härte von HBmax 110 bzw. zum Spannungsabbau in einem Ofen wärmebehandelt, sprich: „weicher gemacht“. Die exakte Temperatur und Dauer hängen von der jeweiligen Härte und der weiteren Verarbeitung des Materials ab.

Bei den Bauteilherstellern läuft die Wärmebehandlung auf ähnliche Weise ab. Sie wird nach der mechanischen Bearbeitung vorgenommen, denn diese kann zu einer erneuten Erhärtung des Materials führen. Manche Hersteller von zertifizierten Qualitätsbauteilen verzichten auf die thermische Entspannung, da sie bereits mit entsprechend vorbehandeltem bzw. weichem Halbzeug arbeiten. Doch das Ergebnis bleibt das gleiche: ein optimaler Härtegrad des Werkstoffs, der maximale Sicherheit bietet.