Warmpressen

Messing in Bestform

Das Warmpressen ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte in der modernen Messingverarbeitung. Das Umformverfahren ermöglicht die Herstellung hochwertiger Bauteile mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Trinkwasser- und Gasinstallationen beispielsweise erfordern äußerst dichte Bauteile, weshalb bis zum heutigen Tag bevorzugt Messing in diesem Bereich zum Einsatz kommt. Der Werkstoff verfügt über ein dichtes, feinkörniges Gefüge, welches er in einem ganz entscheidenden Produktionsschritt erhält: dem Warmpressen.

Beim Warmpressen – oder auch Gesenkschmieden – wird ein Materialrohling unter hohem Druck und dem Zusatz von Wärme weitestgehend in seine endgültige Form gebracht. Zugleich verändert das Schmiedestück seine Materialstruktur. Es wird fester, bekommt ein dichteres Gefüge und eine homogene Oberfläche. Mit Messing lassen sich bei diesem Herstellungsverfahren aufgrund der spezifischen Eigenschaften des Werkstoffs besonders wirtschaftliche und leistungsstarke Endprodukte erzielen.

Die Kunst der Materialzusammensetzung

Die Herstellung von Warmpressteilen aus Messing erfordert umfangreiches Hintergrundwissen und viel Erfahrung. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, genügt es keinesfalls, eine Messinglegierung einer beliebigen Temperatur und Presskraft auszusetzen. Vielmehr müssen die verschiedenen Einflussgrößen exakt aufeinander abgestimmt werden. Messing wird aus den Grundlegierungselementen Kupfer, Zink und oft auch Blei legiert, wobei das Mischverhältnis vom späteren Verwendungszweck abhängt. Auf Basis der jeweiligen Materialzusammensetzung wird dann bestimmt, welche Temperatur und welcher Druck beim Pressvorgang angewendet werden. Der Vorteil bei dieser Art der „Materialkomposition“ ist, dass sich spezifische Eigenschaften des Endproduktes gezielt beeinflussen bzw. herausarbeiten lassen. Aus diesem Grund bietet Messing auch für so viele unterschiedliche Anwendungsbereiche hochwertige Lösungen.

Spezifische Schmiedetemperaturen

Zu Beginn des Warmpressvorgangs wird eine meist mehrteilige Form – das sogenannte Gesenk – in die Schmiedepresse eingesetzt und der Messingrohling wird auf seine Verarbeitungstemperatur gebracht. Diese liegt abhängig von der Materialzusammensetzung zwischen 700° und 900° C. Um die geforderte Qualität zu erreichen, muss die vorgeschriebene Verarbeitungstemperatur möglichst genau eingehalten werden. Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Temperaturen können zu Materialfehlern führen.

Im folgenden Arbeitsschritt sorgt dann der Druck der Schmiedepresse dafür, dass der erwärmte Rohling exakt in das Gesenk eingepasst wird und die Form der Hohlräume annimmt. Schließlich wird der Rohling aus dem Gesenk ausgeworfen, um abzukühlen.

Besonders wirtschaftlich mit Messing

Im Vergleich zu anderen Umformverfahren entstehen beim Warmpressen kaum Materialabfälle. Doch nicht nur deswegen sind Warmpressteile aus Messing besonders wirtschaftlich. Messing verfügt über eine ausgesprochen niedrige Fließspannung. Der Werkstoff benötigt also weit weniger Wärme bzw. Energie als andere Materialien, um zum „Fließen“ gebracht und mit der Presse geformt zu werden. Entsprechend geringer sind die Produktionskosten. Darüber hinaus sorgt die gute Warmformbarkeit von Messing dafür, dass die Schmiedestücke nicht mehr aufwendig nachbearbeitet werden müssen und sehr geringe Fertigungstoleranzen aufweisen. So bildet das Verfahren des Warmpressens in Kombination mit dem Werkstoff Messing eine nahezu perfekte Symbiose bei der Herstellung hochwertiger Produkte für die unterschiedlichsten Industriezweige.